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last update: 22.02.2020

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Die Macht der Weltverbesserer

Viele berühmte Persönlichkeiten haben ihr Führungstalent als Pfadfinder entdeckt. Lange steckte die global grösste Jugendbewegung in der Krise. Nun versucht sie mit einem neuen Chef den Anschluss an die Neuzeit zu finden.

Text: Corinne Amacher
Bild: Wolfgang Kaehler
BILANZ 15/05

Der Mann sieht aus wie der oberste Pfadfinder des Planeten höchstpersönlich, und er ist es auch. Er lacht mit 51 Jahren noch so spitzbübisch wie ein Halbwüchsiger, der die Welt erobern will, er schaut offen durch die Brille, und er hat einen Vollbart. Nur auf kurze Hosen verzichtet er, ein Gebot seiner Position, und trägt stattdessen Bürokluft - weisses Hemd mit Pfadfinderkrawatte, Blazer und dunkelgraue Hosen, alles mit unaufdringlicher Eleganz. Dass er ein Missoni ist, einer aus der berühmten italienischen Modefamilie, ist bei aller Bodenständigkeit zu erkennen. Eduardo Missoni, seit April 2004 Generalsekretär des World Scout Bureau in Genf, bringt Gewandtheit an die Spitze der Pfadfinderbewegung. Der Tropenarzt mit Managementprofessur, der fliessend sechs Sprachen spricht, kann es mit dem Uno-Botschafter und dem Industrieboss gleichermassen.

Die Schaltzentrale der Weltpfadfinderbewegung wirkt weniger einladend als ihr Chef. Seit 1969 liegt sie in Genf, an der Rue du Pré-Jérôme, in einem unwirtlichen Block. Die Räume haben das Ambiente einer Amtsstube aus vergangenen Zeiten: muffige Kabäuschen, abgewetzte Pulte und ein Sitzungszimmer, in dem der Gilb vorherrscht. Ausser ein paar Computern und Stapeln von Dokumenten erweckt nichts den Eindruck, dass von hier aus die mit 28 Millionen Mitgliedern aus fast allen Ländern der Erde grösste Jugendbewegung der Welt gesteuert wird.

Über 300 Millionen Mädchen und Buben haben seit Gründung der Pfadfinderbewegung das Versprechen abgegeben, jeden Tag eine gute Tat zu vollbringen. Es sind nicht nur schmalbrüstige Kinder, denen die Eltern eine rigide Form der Freizeitgestaltung verordnet haben, sondern auch Menschen, die in ihrem Leben grosse Erfolge gefeiert haben. Die deutschen Fernsehstars Harald Schmidt und Thomas Gottschalk gehören dazu, die Unternehmer Bill Gates und Richard Branson, die Musiker Paul McCartney und Mariah Carey, das frühere US-Präsidentenpaar Hillary und Bill Clinton, die Schauspieler Richard Gere und Harrison Ford, der Filmregisseur Steven Spielberg.

So eindrücklich das Aufgebot an prominenten Pfadfindern auch sein mag - der Zustand der Organisation ist weniger imposant. Eduardo Missoni wurde dafür geholt, neuen Schwung in die erlahmte weltweite Pfadfinderbewegung zu bringen. «Frieden kann nicht warten», sagt der Pazifist, «jeder Pfadfinder verbessert die Welt.»

Das Potenzial ist nicht ausgeschöpft. Vor allem in den Industrieländern ist die Zahl der Pfadfinder seit Jahren rückläufig. «Stell dir vor, es ist Pfadi, und keiner geht hin», schrieb die Zeitschrift «Scout» der Pfadibewegung Schweiz (PBS) in apokalyptischem Ton auf die Titelseite. Traditionelle Werte wie Gemeinschaft, Zusammenhalt und Naturverbundenheit wollen nicht mehr so richtig in die heutige Gesellschaft passen. Jugendliche hantieren heute lieber mit dem Gameboy, statt Knebelbrot zu rösten.

Der Pfadfinderbund kämpft nicht nur um Mitglieder, sondern auch um Spendengelder. Im Wettbewerb der sozialen Organisationen um die Gunst der Gönner war das Fundraising der Pfadfinder in der Vergangenheit viel zu passiv. Elf Millionen Franken standen der Dachorganisation, bestehend aus dem Genfer Generalsekretariat und zehn weiteren Büros mit insgesamt 120 Mitarbeitern, im Geschäftsjahr 2004 zur Verfügung. Das Geld stammt zu rund 65 Prozent aus Mitgliedergebühren. 25 Prozent kommen von Erträgen der Pfadfinderstiftung World Scout Foundation, eines Gönnerclubs, dem auch namhafte Schweizer angehören. Den Rest bringen Verkäufe von Pfadfinderprodukten sowie Lizenzgebühren ein. In allen Bereichen ist die Tendenz sinkend.

Hinzu gesellte sich Ende der neunziger Jahre eine strukturelle Krise. Es fehlte an dem, was sich die Firmenchefs als Corporate Governance auf die Fahne schreiben. Die operative Führung verselbstständigte sich; die zwölf ehrenamtlichen Mitglieder des World Scout Committee, vergleichbar mit einem Verwaltungsrat, waren mit Führungs- und Aufsichtsaufgaben überfordert. Organisation, Technologie, Kommunikation, Finanzen - alle Säulen der Organisation begannen zu bröckeln. Die Unzufriedenheit war so gross, dass wichtige Pfadfindernationen wie die USA oder Japan drohten, ihre Zahlungen an die Zentrale einzustellen. Auch die World Scout Foundation als wichtige Finanzierungsquelle drängte auf eine Restrukturierung.

Berater begannen, das Generalsekretariat zu durchleuchten. Verschiedene Analysen wurden erstellt, darunter eine von McKinsey und eine von Klaus J. Jacobs, der Stiftungsrat der World Scout Foundation ist und als einer der treusten und grössten Sponsoren der Pfadfinderbewegung gilt. Der Befund war niederschmetternd: Jede Pfadigruppe im Kongo schien professioneller geführt zu sein als die Zentrale. «Bürokratisch», «wenig teamfähig», «resistent gegenüber Neuem», «überaltert», «passiv», «schlechte Sitzungsvorbereitung», «unklare Kompetenzen»: Solche Umschreibungen musste sich die ehemalige Führung gefallen lassen.

Eduardo Missoni ist mit dem Anspruch angetreten, «eine dynamische, moderne Organisation zu bilden, die fähig ist, auf den raschen Wandel der globalisierten Welt zu reagieren. Gleichzeitig soll sie in der Tradition und den Werten der Pfadfinderei verwurzelt sein.» Worte wie diese wirken wie Balsam. Bei den Mitgliedern des World Scout Committee, die Missoni vor knapp zwei Jahren gewählt haben, geniesst dieser viel Kredit. Walter Hofstetter (Pfadiname: «Hööggli»), Leiter Zugführung Personenverkehr der SBB und noch bis Herbst Mitglied des World Scout Committee, beschreibt den Italiener als «weltoffen, zukunftsorientiert, energisch, teamfähig, führungsstark, in Idealen denkend».

Kurz nach seinem Amtsantritt liess Missoni die Arbeitsplätze vernetzen, regelte Kompetenzen neu und schuf projektbezogene Budgets mit Kosten-Nutzen-Analyse. Zu den wichtigsten Projekten des Generalsekretariats gehört die Organisation des 100-Jahr-Jubiläums der Weltpfadfinderbewegung, das Anfang August 2007 im englischen Hyland Park mit einem riesigen Zeltlager, Jamboree genannt, gefeiert wird. Die 50 000 Teilnehmer unterzubringen und zu verköstigen, erfordert einen logistischen Grosseinsatz, der seit vielen Jahren geplant wird. Unter dem Slogan «One world, one promise» sollen dann der ganzen Welt die mancherorts in Vergessenheit geratenen Ideale der Pfadibewegung in Erinnerung gerufen werden.

Sie gehen zurück auf den englischen General Robert Baden-Powell, der im Jahr 1907 an der Südküste Englands mit 26 Knaben das erste Pfadilager durchführte. Ziel war es, den Burschen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu bieten, durch die sie ihre ganze Persönlichkeit weiterentwickeln konnten - die Beziehung zu sich selbst, zum Körper, zu Mitmenschen, zur Welt und zu Gott. Um ihre sozialen Unterschiede zu verwischen, trugen alle Uniformen. Rasch verbreitete sich die Idee auf der ganzen Welt.

Als Baden-Powell 1941 in Kenia starb, hinterliess er der Pfadifinderbewegung in einem Brief ihren bis heute wohl wichtigsten Grundsatz: «Versucht, die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als ihr sie vorgefunden habt.» Getreu diesem Motto muss zum 100. Geburtstag jede nationale Pfadfinderbewegung ein Friedensprojekt präsentieren. Die Ideen reichen vom Konfliktmanagement im Nahen Osten über die Hilfe für afrikanische Strassenkinder bis zur Bekämpfung von Rassismus oder Diskriminierung.

Tue Gutes, und rede darüber: Dies hat die Pfadi in den letzten Jahren zu wenig getan. Die Scouts seien in der Vergangenheit zu bescheiden im Auftritt gewesen, heisst es etwa im Jahresbericht der Pfadfinderstiftung. Noch immer hält sich das Bild der militärischen Vorausbildung in den Köpfen oder von jungen Wilden, die sinnlos im Wald herumrennen. Dies, obschon der Akzent bereits Mitte der neunziger Jahre auf soziale, medizinische und ökologische Projekte gelegt wurde. Pfadigruppen helfen mit, Wasserversorgungen einzurichten, die Grundbegriffe der Hygiene zu vermitteln, über Aids zu informieren oder Kindergärten aufzubauen. Mit dem Programm «Scouts of the World», das zusammen mit der Uno durchgeführt wird, sollen junge Menschen an die Ideale der Pfadfinderei herangeführt werden, auch wenn sie nicht Pfadfinder sind.

«Wir sind eine grosse Bewegung, aber wir haben uns noch zu wenig geöffnet», sagt Missoni. Das soll sich nun ändern. Kommunikation steht ganz oben auf seiner Tagesordnung. Die Pfadfinderei soll eine Marke werden. Dazu hat die Zürcher Designagentur Interbrand Zintzmeyer & Lux eine Markenstrategie entwickelt, die an der Weltkonferenz - so etwas wie der Generalversammlung - der Pfadfinder, Anfang September vorgestellt wird. Wird die Strategie angenommen, soll in den nächsten Jahren eine für die breite Öffentlichkeit sichtbare Marke Scout entstehen, der das bekannte, aber wenig präsente Logo mit der Lilie zu Grunde liegt. Während für die Entwicklungsphase private Gönner aufkamen, ist die Finanzierung der Umsetzung allerdings noch nicht sichergestellt.

Mit dem frischen Image will Missoni nicht nur mehr Mitglieder, sondern auch neue Sponsoren gewinnen. Statt von Fundraising spricht der Arzt geschäftstüchtig von «resource mobilization»: Bloss bei einem potenziellen Geldgeber mit der hohlen Hand vorzusprechen, wäre ihm zu simpel - Missoni will mit ihm ins Geschäft kommen.

Mit seinen Verwandten des Textilherstellers Missoni lanciert er eine exklusive Krawatte und ein Foulard unter dem Titel «Missoni for World Scouting». Durch eine Kollektion, die alle zwei Jahre erneuert wird, könnten auch Sammler angesprochen werden. Der Prototyp der Krawatte ist im Besitz des schwedischen Königs Carl Gustav, Ehrenpräsident der Weltpfadfinderstiftung. Das erste Foulard gehört der Senegalesin Marie-Louise Correa, Präsidentin des World Scout Committee.

Zusammen mit dem Schmuckhersteller Bulgari will Missoni zudem eine exklusive Uhr auf den Markt bringen. Anders als die einfachen Pfadfinderticker, die über den Scoutshop verkauft werden, richtet sich die Bulgari-Uhr an ein verwöhntes Publikum. Das mehrere tausend Franken teure Stück soll Privatpersonen oder Unternehmen angeboten werden, die ihre Kundschaft beglücken und gleich noch einem guten Zweck zudienen möchten. Derzeit ist Missoni auf der Suche nach weiteren Luxusgüterherstellern, mit denen er ins Geschäft kommen könnte.

Gemeinsam mit der Mailänder Bocconi University Management School, wo Missoni bis zu seiner Berufung zum Pfadi-Generalsekretär eine Professur innehatte, will er Managementkurse entwickeln und sie auch an andere Universitäten verkaufen. «Wir wollen zwei Erfahrungen, die gar nicht so weit auseinander liegen, zusammenbringen - die der Manager und die der Pfadfinder», sagt Missoni, «wobei wir dem Management wichtige soziale Werte hinzufügen. Scouting ist eine ganzheitliche Lebenserfahrung, von der die Wirtschaft profitieren kann.»

Der Mann ist zwar Tropenarzt, hat aber wie der CEO eines globalen Konzerns die Managersprache verinnerlicht. «Scouting ist auch eine Management-Lernerfahrung», sagt er. «Schon Kinder lernen zum Beispiel Leadership, wenn sie für eine Gruppe verantwortlich sind.» Sozialkompetenz und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, lernt man schon als Wölfli oder Bienli. Wer besondere Fähigkeiten als Gruppenführer und im Projektmanagement beweist, wird mit dem «Bénévole»-Zertifikat ausgezeichnet.

Auch etliche Schweizer Manager - vor allem der älteren Garde - haben ihre ersten Führungserfahrungen bei den Pfadfindern gemacht. So lobten der ehemalige Rentenanstalt-Präsident Ulrich Bremi (Pfadiname: «Brums»), Novartis-Lenker Alex Krauer («Marder») oder der frühere «Winterthur»-Chef Peter Spälti («Sugus») die Pfadfinderei schon vor ihrer Pensionierung als Lebensschule, in der man als Jugendlicher lernt, Verantwortung gegenüber jüngeren Kameraden zu tragen. Zoodirektor Alex Rübel («Chüngel») erinnert sich daran, wie er aus zwei Velos eine Rikscha gebaut hat. Bundesrat Pascal Couchepin (kein Pfadiname) bekennt im schweizerischen Pfadfindermagazin «Scout» freimütig, er übe jeweils den Fischerknoten, wenn er sich an einer Sitzung langweile.

Armin Meyer («Zebra»), CEO der Ciba Spezialitätenchemie, lobt das Erleben in freier Natur, was heute leider nicht mehr so unbeschwert möglich sei. Er plädiert dafür, dass sich die Pfadi auf ihre Wurzeln besinne: «Die Pfadfinderbewegung muss sich an den Ursprung erinnern und wieder Natur erleben und nicht mit Technik und modernen Hobbys die Jugend zu motivieren versuchen.»

Eduardo Missoni ist Naturbursche und Wirtschaftsmann zugleich. In seinem neun A4-Seiten umfassenden Curriculum reiht sich Station an Station. Er ist in Rom in einer bürgerlichen Familie mit christlicher Erziehung aufgewachsen. Auf Wunsch seiner deutschen Grossmutter besuchte Eduardo Missoni die Deutsche Schule in Rom. Auch 40 Jahre später spricht er die Sprache immer noch fliessend und gestikuliert dazu nach italienischer Art. Mit zehn Jahren wurde er Pfadfinder. Inspiriert von seinem Gruppenführer, einem Medizinstudenten, verfolgte er das Berufsziel Arzt; Tropendoktor Albert Schweitzer, der in Lambarene Leprakranke behandelte, wurde zu seinem Vorbild. Missonis berufliche Laufbahn startete allerdings nicht in Kamerun, sondern in Nicaragua.

Nach einem Zusatzstudium in Tropenmedizin ging er für drei Jahre im Auftrag des Kinderhilfswerks Unicef nach Mexiko, wo er seine Frau, eine gebürtige Chilenin, kennen lernte. Nach Rom zurückgekehrt, nahm er im Aussenministerium einen Posten in der Entwicklungshilfe an und verantwortete dort diverse Gesundheitsprogramme in Lateinamerika und Afrika.

«Leider musste ich nicht nur gegen die Armut kämpfen, sondern auch gegen die Bürokratie», konstatierte er nach vielen Jahren und bewarb sich erfolgreich an der Mailänder Bocconi-Universität als Professor für Healthcare Policy, Economy und Management. Während er so zwischen Rom und Mailand pendelte, erreichte ihn irgendwann im Frühling 2003 eine E-Mail von einem Mann, den er nicht kannte. Es war ein Headhunter von Amrop Hever. Wäre nicht das Wort «Scout» darin vorgekommen, Missoni hätte die Mail umgehend gelöscht.

In Zürich hatte Martin Heuberger («Vévé»), Partner der Executive-Search-Firma Amrop Hever, den Auftrag angenommen, einen neuen Generalsekretär des World Scout Bureau zu suchen. Wie es sich für einen Pfadfinder gehört, machte er die Arbeit ehrenamtlich und unentgeltlich. Damals wusste er noch nicht, dass es der «mit Abstand komplexeste Auftrag werden würde, den Amrop Hever als internationalste Executive-Organisation je durchgeführt hat», wie Heuberger sagt: «In der Regel suche ich über eine Hand voll Sprach- oder Wirtschaftsräume hinweg, doch bei den Pfadfindern lief die Suche in 210 Ländern wirklich weltweit. Die Suche gilt in der Branche als Meisterstück.» Da die Pfadfinder basisdemokratisch organisiert sind, streckten sämtliche 300 Partner von Amrop Hever in über 55 Ländern und 95 Niederlassungen ihre Fühler aus, so auch der Partner aus dem Mailänder Büro, dem von der Unicef ein Mann namens Eduardo Missoni empfohlen worden war.

Der Posten war begehrt. 200 Bewerber mit Namen wie aus einem VIP-Register meldeten bei Heuberger ihr Interesse für die Stelle an. Darunter befanden sich ein US-Admiral, der kurz vor der Pensionierung stand, ein Rektor einer amerikanischen Eliteuniversität, ein schwarzafrikanischer General, ein Ministerpräsident eines europäischen Landes, die Leiterin eines staatlichen Fernsehsenders, ein Schweizer Botschafter und ein Schweizer Divisionär, der vom Departementsvorsteher persönlich empfohlen wurde.

109 schriftliche Bewerbungen nahm sich Heuberger in einer Klausur vor und filterte 19 davon heraus. Nach telefonischen Interviews entschied er sich für eine Kandidatin und acht Kandidaten, die, von allen fünf Kontintenten kommend, für ein zweitägiges Auswahlverfahren mit Assessment nach Genf eingeladen wurden. Drei Kandidaten kamen in die Endrunde, in der im Dezember 2003 Missoni vom World Scout Committee einstimmig zum neuen Generalsekretär gewählt wurde.

Spätestens dann wurde für den jovialen Italiener aus dem Spiel eine ernste Sache. Noch hat er einen schweren Stand: Von den grossen westlichen Pfadinationen wie den USA, die selber gerne einen eigenen Kandidaten an die Spitze gesetzt hätten, wird er argwöhnisch beobachtet. An der alle drei Jahre stattfindenden Weltkonferenz, die im September 2005 im tunesischen Hammamet durchgeführt wird, muss sich Missoni erstmals der Generalversammlung stellen, an der die tausend ranghöchsten Scouts von 155 nationalen Pfadfinderorganisationen zugegen sein werden. Er wird die Rolle der Pfadfinder als Friedensstifter betonen und die Chance, welche die Pfadfinderei für den armen und zerstrittenen Kontinent Afrika bedeutet. «Allzeit bereit!»: Wenn der Weltverbesserer nach der Konferenz wieder in sein karges Genfer Büro zurückkehren wird, beginnt die Bewährung.

 

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